Auf Spurensuche – Die Alpingruppe in der „Eisenzeit“

Auf den Spuren der bayrischen Zugspitzbahn – Die Alpingruppe in der „Eisenzeit“

Wir, das sind Jonas, Lorenz, Benni, Lillith, Basti, Hannah, Feli und Jojo haben uns dieses Jahr ein Ziel vorgenommen, das bereits seit Gründung der Alpingruppe auf unserer Bucket List stand: die „Eisenzeit“ auf die Zugspitze – ein Nordwandaufstieg auf Deutschlands höchsten Gipfel auf dem ehemaligen Erbauer-Steig der bayrischen Zugspitzbahn, der dann in eine leichte, alpine Klettertour übergeht.

Doch schon beim Einparken in Hammersbach werden wir vor unsere erste Herausforderung gestellt. Der Schalthebel, der eigentlich schon seit der Abfahrt in Fulda besonders in den unteren Gängen recht schwergängig ist, verabschiedet sich bei Jojos Versuch, den Rückwärtsgang mit aller Gewalt einzulegen. Da jetzt gar nichts mehr geht wird kurzerhand der ADAC herbeizitiert. Als der ADAC dann nach einer langen Wartestunde endlich eintrifft, kann er Gott sei Dank relativ schnell feststellen, dass sich der Schalthebel lediglich ausgehängt hat und nichts gebrochen ist und es auch direkt vor Ort wieder richten. Mit etwas mehr Verspätung als geplant nehmen wir nun die vorletzte Zahnradbahn des Tages und fahren bis zur Haltestelle „Riffelriss“, kurz bevor die Bahn im Berginneren verschwindet.Von dort aus startet die Tour über den ehemaligen Erbauersteig und schlängelt sich stetig nach rechts ziehend durch den unteren Teil der Nordwand. Unterwegs trifft man immer wieder auf Relikte aus vergangenen Tagen, wie Unmengen an alten Drahtseilen, Leitern (unter anderem auch die „Harakiri-Leiter“), Haken und anderen Metallschrott. Pünktlich zum Abendessen erreichen wir unseren Biwakplatz für die Nacht: die Tunnelfenster etwa auf der Hälfte der Strecke. Schnell ist ein schönes Schlafplätzchen gefunden und eingerichtet und selbst die Sonne lässt sich nach einem ziemlich nebligen Aufstieg zum Abendessen nochmal blicken.

Nach einer sternenklaren Nacht startet der nächste Morgen recht kühl mit heraufziehenden Nebelfeldern. Wobei wir doch das Glück haben, immer gerade so knapp über der Nebelgrenze unterwegs zu sein. Ab jetzt sind wir in der 2014 neu wiederentdeckten Kletterroute (max. 4-) unterwegs. Am Grat treffen wir dann endlich das erste Mal auf die Sonnenstrahlen. Nach zweimaligem Abseilen gelangen wir auf den Höllentalklettersteig und schieben uns mit den Touristenmassen zum noch mehr Touristenbehafteten Gipfel. Die Mittagspause am Gipfel fällt dann aber doch nicht allzu lang aus, da wir ja auch wieder runter müssen und die Zeit bereits gut vorangeschritten ist. Über den Höllentalsteig bahnen wir uns schließlich einen Weg über die 2000 Höhenmeter gen Tal, wobei wir gleich zwei Mal in eine Wegsperrung laufen, was unseren Abstieg nicht wirklich beschleunigt. Ziemlich müde und mit schweren Beinen erreichen wir den Bus schließlich erst gegen 21:00 Uhr und dann steht natürlich noch die Heimfahrt zurück nach Fulda an. So viel sei verraten: die Busrückgabe um 23:00 Uhr haben wir nicht geschafft

Bildquelle Beitrag und Slider: Johannes Schmidt